Mit der Einführung der Stammkennzeichen im Oktober 1939 erhielten alle nach diesem Zeitpunkt gebauten Flugzeuge bereits vom Herstellerwerk diese Kennzeichen, die das RLM den Firmen blockweise zugeteilt hatte. Unter den Stammkennzeichen wurden dann bei der Truppe auch weiterhin die Lebenslaufakten geführt, auch wenn das Flugzeug bei der Einheit ein Verbandskennzeichen erhielt. Das Stammkennzeichen blieb also gewissermaßen fest mit dem Flugzeug verbunden, wie auch die Werknummer. Nach dem etwaigen Verlust des Flugzeugs wurde es nicht erneut vergeben.
Stammkennzeichen erhielten aber auch die Flugzeuge, welche bereits mit D. oder WL- Buchstabenkennzeichen bei den Verbänden oder Schulen in Betrieb waren. Für sie wurden den Betreibern vom RLM ebenfalls entsprechende Stammkennzeichenblocks zugewiesen. Für eine gewisse Zeit war es somit möglich, aus dem Stammkennzeichen die Zugehörigkeit eines bestimmten Flugzeugs zu einer Schule oder sonstigen Einrichtung zu erkennen. Auch Beuteflugzeuge, erhielten ihre Stammkennzeichen vom jeweils zuständigen Luftpark.
Das Stammkennzeichen selbst bestand aus vier Buchstaben, die sonst keinerlei Bedeutung hatten, deren erster aber immer ein Konsonant zu sein hatte. Ohne die fünf Vokale und das Y an der ersten Stelle ergaben sich somit rein rechnerisch  20x26x26x26 = 351.520 mögliche Stammkennzeichen.

Insgesamt dürften bis zum 31.März 1945 etwa 123.600 zugelassen worden sein

   Stammkennzeichen in der Datenbank: 100251 © by Bert Hartmann